Die Führungskraft als „Coach“ in Krisenzeiten

Wie kann die Führungskraft als „Coach“ bei Demotivation der Mitarbeitenden unterstützen?

Schon im ersten Teil „Virtuelles Führen und Remote Working“ haben wir mit unserem 3-Punkte-Plan Tipps für Führungskräfte zur Einführung einer Struktur in Krisenzeiten gegeben. Mittlerweile nimmt die Führungskraft auch und gerade in Krisenzeiten schon mal kurz die Rolle eines Coach ein. Mitarbeitende werden im Home/Remote Office zunehmend unmotivierter. Mitarbeitende stellen immer mehr fest, Multitasking lässt sich nicht wie gewünscht umsetzen, denn

  • Ablenkungen zu Hause sind vielfältig
  • Arbeit und Pausen können nicht sorgfältig getrennt werden
  • Technik ist nicht immer -wie vom Büro gewohnt- vorhanden
  • die Aufgabe lässt sich nicht vollenden, weil der Kollege/die Kollegin sich nicht meldet
  • der Flurfunk findet nicht mehr statt
  • Sorgen um den Arbeitsplatz machen sich breit
  • Ängste um die Gesundheit rücken nach der Erkrankung des Kollegen/der Kollegin näher

Es gibt viele Varianten, warum Mitarbeitende im Homeoffice demotiviert werden und der sogenannte Lagerkoller sich breit macht.

Wie können Sie als Führungskraft mit dieser Herausforderung umgehen?

Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitenden darüber und hören Sie genau zu, was die Motivation Ihrer Mitarbeitenden nach oben oder unten bewegt. Was stört, was ist hilfreich und vor allem was demotiviert die Mitarbeiter? Demotivation beseitigen ist einer der größten Stellhebel für mehr Arbeitszufriedenheit und damit mehr Motivation. Können Sie den Grund für Demotivierung abstellen oder beseitigen, dann tun Sie das. Können Sie es jedoch nicht ändern, sprechen Sie genau darüber mit Ihren Mitarbeitenden. Versuchen Sie zu verstehen, was genau gerade demotiviert und welches Bedürfnis möglicherweise dahintersteht.

Demotivation erkannt, Verständnis gezeigt, Bedürfnis erkannt und der Mitarbeitende ist immer noch frustriert?

Sprechen Sie darüber, dass das jetzt eben so ist und überlegen Sie mit dem Mitarbeiter zusammen ob das eventuelle „Jammern“ darüber irgendetwas ändert. Ein Schlüsselsatz könnte sein: „Ich kann verstehen, dass dich das demotiviert und was können wir gemeinsam denn tun, damit du besser damit umgehen kannst?

Sie könnten Fragen stellen wie:

  • „Wie wirkt sich die aktuelle Situation derzeit auf dich aus?“
  • „Was brauchst du jetzt, um motiviert zu sein?“
  • „Auf einer Skala von 1 bis 10, wo stehst du mit ihrer Motivation (1=0 und 10=voll motiviert)?“
  • „Welche Schritte könntest Du unternehmen, um z.B. von deiner Skala von einer „5“ auf eine „6“ zu kommen?

Welche Tipps haben Ihre Mitarbeiter? Wie schaffen sie es sich derzeit zu motivieren? Dies ist Ihre Zeit, um zuzuhören und eine Umgebung zu schaffen, in der jeder darüber sprechen kann.

Stellen Sie sicher, dass sich Ihre wöchentlichen Routinen nicht nur auf die Arbeit – also die Dinge, die Sie ausführen müssen – konzentrieren. Den einen Teil der Arbeitszeit sollten Sie und Ihre Mitarbeiter sich auch mit lernenden Leistungen beschäftigen. Z.B. In welchem Bereich können wir uns verbessern? Wie sieht unser Qualitätsmanagement für Situation A aus? Es sollten Aufgaben sein, bei denen es keinen Plan zu verfolgen gilt, sondern eine Experimentier- und Problemlösung hervorgehoben wird.

Wir empfehlen einen einfachen Rhythmus für Ihr Remote-Team:

Montag: Führen Sie ein Meeting für das Team durch, das Folgendes abdeckt.

  • Welche Auswirkungen hatten wir letzte Woche und was haben wir dabei gelernt?
  • Welche Verpflichtungen haben wir in dieser Woche? Wer ist beteiligt?
  • Wie können wir uns gegenseitig bei den Verpflichtungen dieser Woche helfen?
  • In welchen Bereichen sollten bzw. wollen wir diese Woche experimentieren, um die Leistung/das Qualitätsmanagement zu verbessern?
  • Welche Experimente werden wir durchführen? Wer macht was? Ist jeder hier aufgeführt?

Dienstag-Donnerstag: Halten Sie mindestens einen individuellen Videocall mit jedem Ihrer Teammitglieder. Um Ihre Mitarbeiter zu motivieren, konzentrieren Sie sich darauf, ihnen bei der Bewältigung von Herausforderungen zu helfen. Sie können auch kleine Gruppensitzungen koordinieren, in denen Mitarbeiter an den Aufgaben der Woche zusammenarbeiten und Probleme gemeinsam angehen können.

Freitag: Setzen Sie den Fokus auf Reflexion. Präsentieren und sammeln Sie Input zu den Aufgaben und Übungen der Woche. Es ist auch wichtig, gegenseitig die Motivation und den Fortschritt zu überprüfen. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter wie sie sich fühlen. Wo wurde mit der Motivation gekämpft, und wann hat etwas Freude gemacht?

Sie möchten gerne mehr zum Thema wissen? Auch Sie wollen Neues dazulernen? Rufen Sie uns an unter 06224 54 8 34 oder schreiben Sie uns ein Mail unter blog@klitzke-beratung.de Gerne unterstützen wir Sie in Ihrem Wirken.

Bild von Tumisu auf Pixabay

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